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Fachkräftemangel in der Gastronomie: wie sieht die Situation aus?

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Ausbildungsberufe im Gastronomiebereich werden immer unbeliebter. Dies ist keine Neuigkeit, denn der Personalmangel ist bereits seit einigen Jahren zu spüren. Ein schlechtes Image durch befürchtete Überstunden und schlechte Bezahlung macht diese Berufe auch nicht unbedingt attraktiver. Doch woran liegt es, dass sich immer weniger Jugendliche und Quereinsteiger für einen Beruf in der Gastronomiebranche entscheiden?

Nicht jeder Hobbykoch muss automatisch zu einem Sterne-Koch aufsteigen. Und nicht jeder Sterne-Koch hat als Hobbykoch angefangen. Leider vermitteln unzählige Kochsendungen oftmals den Eindruck einer heilen Küchenwelt: ein sauberer Arbeitsplatz, alles ordentlich klein geschnitten und abgewogen und schon kann es losgehen mit dem Kochen. Die Realität ist jedoch anders. Man muss das Handwerk zunächst erlernen, da kann es auch einmal vorkommen, dass man etwas länger bei der Arbeit verweilen muss.

Überstunden kennt sicher jeder, der in einem Restaurant oder Hotel arbeitet, Schichtdienst ist fast ein Muss und meistens wird auch abends gearbeitet. Und genau dies schreckt die meisten Jugendlichen ab. Sie wollen nicht auf ihre Freizeit verzichten, wollen unbedingt dann frei haben, wenn sie mit Freunden ausgehen können und finden oft keinen Kompromiss mit dem Betrieb. Doch daran, dass die Arbeitszeiten oft länger sind und man auch dann arbeitet, wenn anderen Arbeitstätigen frei haben, lässt sich nichts ändern. Beim Kochberuf und generell in der ganzen Gastronomiebranche ist dem einfach so. Eine angemessene Bezahlung könnte hierbei schon eine Erleichterung schaffen.

Natürlich ist es anstrengend, im Gastronomiebereich zu arbeiten. Gerade Jugendliche, die es (noch) nicht gewöhnt sind, auch mal 10 Stunden am Stück zu arbeiten, sehen den Abbruch der Ausbildung oft als den einzigen möglichen Ausweg. Fast die Hälfte aller Auszubildenden bricht die Lehre mittlerweile ab. Oft wird außerdem die Ausbildung mit falschen Erwartungen begonnen, weil sich die Azubis die Arbeit einfacher vorstellen oder aber direkt gerne kochen würden. Es sind aber nicht nur die Zahlen der Ausbildungsabbrüche, die steigen. Auch die Bewerber bleiben aus: noch im Jahre 2010 bewarben sich in Rheinland-Pfalz über 560 Personen für den Beruf als Koch, im 2016 ist die Zahl unter 440 Bewerber gesunken. Bundesweit gab es in den letzten 10 Jahren einen Rückgang von mehr als 8.000 Bewerbern. Lehrstellen bleiben unbesetzt und der Mitarbeitermangel wird immer dramatischer. Auf verschiedenen Jobportalen werden immer neue Stellenangebote von Gastronomiebetrieben und Hotels geschalten.

Die IHK Pfalz sieht die Ursache der zurückgehenden Bewerberzahlen auch in der Politik. Es sei laut der Bildungspolitik immer wichtiger, Schüler bis zum Abitur und möglichst zu einem Universitätsstudium zu bewegen. Somit werden Ausbildungsberufe immer unbeliebter, da eine Berufsausbildung einfach oft als minderwertig angesehen wird – mit der Folge, dass immer weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Der Grund für mangelnde Arbeitskräfte liegt aber nicht nur an den fehlenden Auszubildenden. Immer mehr Menschen im Gastronomiebereich leiden durch die hohen Belastungen an chronischen Krankheiten oder am Burn-out-Syndrom. Lehrstellen bleiben unbesetzt, Mitarbeiter geben ihre Stellen und der Personalmangel wird immer dramatischer. Auch auf allgemeinen Stellenbörsen wie Jobrapido.com werden immer neue Stellenangebote von Gastronomiebetrieben und Hotels geschalten. Doch es ist nicht nur wichtig, neue Mitarbeiter zu gewinnen, sondern diese auch halten zu können.

Die Betriebe sollten daher flexibler werden. Sie sollten darauf achtgeben, auf die Wünsche der Auszubildenden einzugehen und sie auch auf vielfältige Art beschäftigen und zu unterstützen. Sie sollten auf Qualität der Ausbildung setzten und den Ausbildungsberuf so schmackhaft wie möglich gestalten, indem sie interessante Extras anbieten wie z.B. Schüleraustauch oder eine kurze Arbeitserfahrung bei einem Bäcker, in einer Metzgerei usw. Die Auszubildenden sollten die Möglichkeit haben, Neues zu probieren und neue Fähigkeiten zu erlernen und sollten sich dadurch auch bereichert fühlen. Flexibel sein bei den Arbeitszeiten, die Liebe zum Handwerk vermitteln und mit ganzem Herzen dabei sein – all dies könnte dazu beitragen, dass sich wieder mehr junge Menschen für Berufe in der Gastronomie interessieren.



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